Aluminium: Unterschied zwischen den Versionen
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== Primärrohstoffe und Grundstoffe == | == Primärrohstoffe und Grundstoffe == | ||
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=== Rohstoffvorkommen === | === Rohstoffvorkommen === | ||
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90 % der Bauxitlagerstätten liegen entlang des Tropengürtels. Der größte Bauxitabbau findet in Australien und in China statt. Im Jahr 2019 wurden in Australien 83 Mio. Tonnen und in China 68 Mio. Tonnen Bauxit gewonnen. Eisenreiche europäische Bauxite sind schwer aufzuschließen und werden nur noch selten abgebaut. <ref name = "Friedrich"/> <ref name = "InstitutselteneErde"/> | 90 % der Bauxitlagerstätten liegen entlang des Tropengürtels. Der größte Bauxitabbau findet in Australien und in China statt. Im Jahr 2019 wurden in Australien 83 Mio. Tonnen und in China 68 Mio. Tonnen Bauxit gewonnen. Eisenreiche europäische Bauxite sind schwer aufzuschließen und werden nur noch selten abgebaut. <ref name = "Friedrich"/> <ref name = "InstitutselteneErde"/> | ||
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|+ style="caption:bottom; color:black;"|''Tabelle 2: Bauxite Förderung und Reserven <ref name = "InstitutselteneErde"/>'' | |+ style="caption:bottom; color:black;"|''Tabelle 2: Bauxite Förderung und Reserven <ref name = "InstitutselteneErde"/>'' | ||
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=== Abbauverfahren === | === Abbauverfahren === | ||
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Das Ziel der Bauxitaufbereitung ist die Abtrennung des Eisenanteils und weiterer Verunreinigungen sowie das möglichst selektive Auflösen von Aluminiumhydroxid. | Das Ziel der Bauxitaufbereitung ist die Abtrennung des Eisenanteils und weiterer Verunreinigungen sowie das möglichst selektive Auflösen von Aluminiumhydroxid. | ||
Im ersten Schritt wird das Bauxit zumeist mit Backenbrechern oder Hammerbrechern auf eine Korngröße von 20 mm - 50 mm zerkleinert. Für die anschließende Feinzerkleinerung kommen meist Kugel- oder Stabmühlen zum Einsatz. Die Feinzerkleinerung findet in einer nassen Umgebung statt, um Staubemissionen zu reduzieren. Das durch die Zerkleinerung erzielte Kornspektrum hat Einfluss auf die Aufschließbarkeit des Bauxits und das Absetzverhalten des Rotschlamms. In vielen Fällen findet eine Waschung statt, um feinverteiltes Kaolinit (Al<sub>4</sub>[(OH)<sub>8</sub>|Si<sub>4</sub>O<sub>10</sub>]) aus dem Bauxit zu entfernen. Anschließend wird die feingemahlene Suspension in Vorratsbehältern gelagert, die gleichzeitig zur Vorentkieselung genutzt werden können. Bei diesem Prozess wird Siliciumdioxid (SiO<sub>2</sub>) noch vor dem Aufschluss aus den besonders kieselsäurereichen Bauxiten abgetrennt, da ein hoher Kieselsäuregehalt die maximale Aluminiumoxid-Ausbeute verringert und den Bedarf an Lauge im Aufbereitungsprozess vergrößert. Die Aufbereitung und der Aufschluss erfolgen meist in der Nähe der Aluminiumoxid- Fabrikanten (Alumina). <ref name = "Friedrich"/> Die Methodik der Aufbereitung und die weiteren Schritte der Aluminiumgewinnung sind in Abbildung 2 dargestellt. | Im ersten Schritt wird das Bauxit zumeist mit Backenbrechern oder Hammerbrechern auf eine Korngröße von 20 mm - 50 mm zerkleinert. Für die anschließende Feinzerkleinerung kommen meist Kugel- oder Stabmühlen zum Einsatz. Die Feinzerkleinerung findet in einer nassen Umgebung statt, um Staubemissionen zu reduzieren. Das durch die Zerkleinerung erzielte Kornspektrum hat Einfluss auf die Aufschließbarkeit des Bauxits und das Absetzverhalten des Rotschlamms. In vielen Fällen findet eine Waschung statt, um feinverteiltes Kaolinit (Al<sub>4</sub>[(OH)<sub>8</sub>|Si<sub>4</sub>O<sub>10</sub>]) aus dem Bauxit zu entfernen. Anschließend wird die feingemahlene Suspension in Vorratsbehältern gelagert, die gleichzeitig zur Vorentkieselung genutzt werden können. Bei diesem Prozess wird Siliciumdioxid (SiO<sub>2</sub>) noch vor dem Aufschluss aus den besonders kieselsäurereichen Bauxiten abgetrennt, da ein hoher Kieselsäuregehalt die maximale Aluminiumoxid-Ausbeute verringert und den Bedarf an Lauge im Aufbereitungsprozess vergrößert. Die Aufbereitung und der Aufschluss erfolgen meist in der Nähe der Aluminiumoxid- Fabrikanten (Alumina). <ref name = "Friedrich"/> Die Methodik der Aufbereitung und die weiteren Schritte der Aluminiumgewinnung sind in Abbildung 2 dargestellt. | ||
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[[Datei:Produktion blaumedium RGB Linie.png|class=headericons]] | [[Datei:Produktion blaumedium RGB Linie.png|class=headericons]] | ||
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== Produktion == | == Produktion == | ||
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[[Datei:Standorte Aluminiumhütten.png|thumb|400px|Abbildung 1: Standorte der Aluminiumhütten <ref name = "Friedrich"/>]] | |||
Die Standorte der Aluminiumhütten sind weltweit verteilt, konzentrieren sich jedoch in Industrienationen: Der Nordwesten der USA sowie der Westen von USA und Kanada sind Ballungsgebiete. Einige Hütten sind über Mitteleuropa verteilt. Zwischen Osteuropa und Ostasien sowie in Russland gibt es vereinzelte Standorte. In China und der Mongolei sind die meisten Aluminiumhütten auf engerem Raum positioniert. Des Weiteren gibt es Standorte an den nördlichen und östlichen Küsten Südamerikas, am Golf von Guinea, an der Ostküste Südafrikas, im Norden und Süden Indiens sowie der (Süd-)Ostküste Australiens. <!--Im Gegenteil zur Bauxitgewinnung findet die Produktion von Aluminium eher in Industrieländern statt. --> | Die Standorte der Aluminiumhütten sind weltweit verteilt, konzentrieren sich jedoch in Industrienationen: Der Nordwesten der USA sowie der Westen von USA und Kanada sind Ballungsgebiete. Einige Hütten sind über Mitteleuropa verteilt. Zwischen Osteuropa und Ostasien sowie in Russland gibt es vereinzelte Standorte. In China und der Mongolei sind die meisten Aluminiumhütten auf engerem Raum positioniert. Des Weiteren gibt es Standorte an den nördlichen und östlichen Küsten Südamerikas, am Golf von Guinea, an der Ostküste Südafrikas, im Norden und Süden Indiens sowie der (Süd-)Ostküste Australiens. <!--Im Gegenteil zur Bauxitgewinnung findet die Produktion von Aluminium eher in Industrieländern statt. --> | ||
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Zur Herstellung des Aluminiums kommen verschiedene Prozessschritte zum Einsatz, wie das Bayer-Verfahren, die Kalzination und die Schmelzflusselektrolyse. | Zur Herstellung des Aluminiums kommen verschiedene Prozessschritte zum Einsatz, wie das Bayer-Verfahren, die Kalzination und die Schmelzflusselektrolyse. | ||
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;Bayer Verfahren | ;Bayer Verfahren | ||
: Das Bayerverfahren dient dem Aufschluss des Bauxits und der Gewinnung von Aluminiumhydroxid (vgl. Abbildung 2). Im ersten Schritt findet der Aufschluss des vorgemahlenen Bauxits im Rohrreaktor oder in Autoklaven statt. Da Autoklavenkaskaden aufgrund ihrer beweglichen Bauteile prozesstechnische Nachteile aufweisen (wie Verkrustungen und schlechtere Verweilzeitverhalten), ist der Rohrreaktor, trotz seines geringeren Volumens, wesentlich effizienter als Autoklaven. Die Standardtechnologie ist derzeit trotzdem die Laugung in Autoklaven. <ref name = "Friedrich"/> <ref name = "Vaster et al."/> Dazu wird das Bauxit in heißer Natronlauge (NaOH) unter Zusatz von Kalk (CaO) mit dem Ziel gelöst, das enthaltene Aluminium in Form von Aluminiumhydroxid in Lösung zu bringen und unerwünschte Begleitelemente mittels CaO zu fällen. Der entstehende Rotschlamm enthält die unerwünschten Begleitelemente, die durch Sedimentation oder Fällung als Laugerückstand verbleiben. | : Das Bayerverfahren dient dem Aufschluss des Bauxits und der Gewinnung von Aluminiumhydroxid (vgl. Abbildung 2). Im ersten Schritt findet der Aufschluss des vorgemahlenen Bauxits im Rohrreaktor oder in Autoklaven statt. Da Autoklavenkaskaden aufgrund ihrer beweglichen Bauteile prozesstechnische Nachteile aufweisen (wie Verkrustungen und schlechtere Verweilzeitverhalten), ist der Rohrreaktor, trotz seines geringeren Volumens, wesentlich effizienter als Autoklaven. Die Standardtechnologie ist derzeit trotzdem die Laugung in Autoklaven. <ref name = "Friedrich"/> <ref name = "Vaster et al."/> Dazu wird das Bauxit in heißer Natronlauge (NaOH) unter Zusatz von Kalk (CaO) mit dem Ziel gelöst, das enthaltene Aluminium in Form von Aluminiumhydroxid in Lösung zu bringen und unerwünschte Begleitelemente mittels CaO zu fällen. Der entstehende Rotschlamm enthält die unerwünschten Begleitelemente, die durch Sedimentation oder Fällung als Laugerückstand verbleiben. | ||
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: Die Schmelzflusselektrolyse erfolgt mit Graphitanoden und Kohle als Kathode. Bei der Durchführung der Elektrolyse setzt sich an der Kohlekathode, die sich am Boden befindet, flüssiges Aluminium ab und kann abgestochen werden (vgl. Abbildung 3). An der Graphitanode entsteht Sauerstoff, der zu CO und CO<sub>2</sub> reagiert. <ref name = "Seilnacht"/> <ref name = "GA_Schmelzelektrolyse"/> | : Die Schmelzflusselektrolyse erfolgt mit Graphitanoden und Kohle als Kathode. Bei der Durchführung der Elektrolyse setzt sich an der Kohlekathode, die sich am Boden befindet, flüssiges Aluminium ab und kann abgestochen werden (vgl. Abbildung 3). An der Graphitanode entsteht Sauerstoff, der zu CO und CO<sub>2</sub> reagiert. <ref name = "Seilnacht"/> <ref name = "GA_Schmelzelektrolyse"/> | ||
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Datei:Bayer-Verfahren Aluminium.png|Abbildung 2: Herstellungsverfahren von Aluminium mittels Bayer Verfahren und Schmelzflusselektrolyse (Verändert nach <ref name = "Friedrich"/>) | Datei:Bayer-Verfahren Aluminium.png|Abbildung 2: Herstellungsverfahren von Aluminium mittels Bayer Verfahren und Schmelzflusselektrolyse (Verändert nach <ref name = "Friedrich"/>) | ||
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[[Datei:Nutzung grünmai RGB Linie.png|class=headericons]] | [[Datei:Nutzung grünmai RGB Linie.png|class=headericons]] | ||
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== Nutzung == | == Nutzung == | ||
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[[Datei:Absatzmärkte von Aluminiumprodukten in Deutschland (2019).png|thumb|600px|Abbildung 4: Absatzmärkte von Aluminiumprodukten in Deutschland <ref name = "GA_Absatzmärkte"/>]] | [[Datei:Absatzmärkte von Aluminiumprodukten in Deutschland (2019).png|thumb|600px|Abbildung 4: Absatzmärkte von Aluminiumprodukten in Deutschland <ref name = "GA_Absatzmärkte"/>]] | ||
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Das metallurgisch erzeugte Rohaluminium weist eine Dichte von 2,7 g/cm<sup>3</sup> (Aluminium gilt damit als klassisches Leichtmetall) und eine hohe elektrische Leitfähigkeit von 0,377 µW<sup>-1</sup>cm<sup>-1</sup> auf. Der Schmelzpunkt liegt bei 660 °C. Aluminium in metallischer Form bildet eine Oxidschicht aus, die es vor Korrosion schützt. Durch verschiedene Legierungszusätze können die Eigenschaften von Aluminium an die Anwendungsgebiete angepasst werden. <ref name = "WVMetalleAlu"/> | Das metallurgisch erzeugte Rohaluminium weist eine Dichte von 2,7 g/cm<sup>3</sup> (Aluminium gilt damit als klassisches Leichtmetall) und eine hohe elektrische Leitfähigkeit von 0,377 µW<sup>-1</sup>cm<sup>-1</sup> auf. Der Schmelzpunkt liegt bei 660 °C. Aluminium in metallischer Form bildet eine Oxidschicht aus, die es vor Korrosion schützt. Durch verschiedene Legierungszusätze können die Eigenschaften von Aluminium an die Anwendungsgebiete angepasst werden. <ref name = "WVMetalleAlu"/> | ||
Ein wichtiges Legierungselement ist Silizium. In Abhängigkeit vom Siliziumgehalt wird zwischen Guss- und Knetlegierungen unterschieden. Gusslegierungen enthalten bis zu 20% Silizium. Ihre endgültige Form erhält diese Legierungsform durch Gießen. Knetlegierungen hingegen sind niedrig legiert. Auch nach dem Aushärten sind diese Legierungen noch gut verformbar. <ref name = "GA_Legierungen"/> Gusslegierungen kommen unter anderem für die Herstellung von Motorgussteilen, Felgen, Türklingen und Pfannen zum Einsatz. Typische Anwendungsgebiete von Knetlegierungen sind Dosen und Folien. <ref name = "Friedrich"/> | Ein wichtiges Legierungselement ist Silizium. In Abhängigkeit vom Siliziumgehalt wird zwischen Guss- und Knetlegierungen unterschieden. Gusslegierungen enthalten bis zu 20% Silizium. Ihre endgültige Form erhält diese Legierungsform durch Gießen. Knetlegierungen hingegen sind niedrig legiert. Auch nach dem Aushärten sind diese Legierungen noch gut verformbar. <ref name = "GA_Legierungen"/> Gusslegierungen kommen unter anderem für die Herstellung von Motorgussteilen, Felgen, Türklingen und Pfannen zum Einsatz. Typische Anwendungsgebiete von Knetlegierungen sind Dosen und Folien. <ref name = "Friedrich"/> | ||
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Abbildung 4 zeigt die Absatzmärkte von Aluminiumprodukten in Deutschland im Jahr 2019. Mit 47 % ist der Verkehrssektor der mit Abstand größte Abnehmer von Aluminiumprodukten. Hier wird Aluminium unter anderem für Luft- und Raumfahrzeuge, Schienen- und Straßenfahrzeuge und Verkehrsschilder verwendet. Im Bauwesen werden Aluminiumprodukte beispielsweise für den Gerüstbau und Tragwerke verwendet. Damit ist das Bauwesen mit 14 % zweitgrößter Abnehmer von Aluminiumprodukten in Deutschland. <ref name = "GA_MerkblattW1"/> <ref name = "GA_Absatzmärkte"/> | Abbildung 4 zeigt die Absatzmärkte von Aluminiumprodukten in Deutschland im Jahr 2019. Mit 47 % ist der Verkehrssektor der mit Abstand größte Abnehmer von Aluminiumprodukten. Hier wird Aluminium unter anderem für Luft- und Raumfahrzeuge, Schienen- und Straßenfahrzeuge und Verkehrsschilder verwendet. Im Bauwesen werden Aluminiumprodukte beispielsweise für den Gerüstbau und Tragwerke verwendet. Damit ist das Bauwesen mit 14 % zweitgrößter Abnehmer von Aluminiumprodukten in Deutschland. <ref name = "GA_MerkblattW1"/> <ref name = "GA_Absatzmärkte"/> | ||
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[[Datei:RS-Sek blaudunkel RGB Linie.png|class=headericons]] | [[Datei:RS-Sek blaudunkel RGB Linie.png|class=headericons]] | ||
== Recyclingrohstoff == | == Recyclingrohstoff == | ||
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[[Datei:Primär- und Sekundäraluminium-Produktion.png|thumb|400px|Abbildung 6: Primär- und Sekundäraluminium - Produktion in Deutschland bis 2019 <ref name = "Breitkopf"/>]] | [[Datei:Primär- und Sekundäraluminium-Produktion.png|thumb|400px|Abbildung 6: Primär- und Sekundäraluminium - Produktion in Deutschland bis 2019 <ref name = "Breitkopf"/>]] | ||
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Für das Recycling von Aluminium existieren zwei grundlegende Verfahren (vgl. Abbildung 5). In Schmelzhütten, sogenannten Refinern, wird Altschrott in Salzschmelzen eingeschmolzen. Dabei werden Gusslegierungen, die sowohl aus Guss- als auch Knetlegierungen gewonnen werden können, hergestellt. Der Anteil von Aluminium muss im Input der Schmelze mindestens 65 % betragen. Bei diesem Prozess entstehen bis zu 500 kg Salzschlacke pro Tonne Aluminium. | Für das Recycling von Aluminium existieren zwei grundlegende Verfahren (vgl. Abbildung 5). In Schmelzhütten, sogenannten Refinern, wird Altschrott in Salzschmelzen eingeschmolzen. Dabei werden Gusslegierungen, die sowohl aus Guss- als auch Knetlegierungen gewonnen werden können, hergestellt. Der Anteil von Aluminium muss im Input der Schmelze mindestens 65 % betragen. Bei diesem Prozess entstehen bis zu 500 kg Salzschlacke pro Tonne Aluminium. | ||
Die zweite Möglichkeit ist, Aluminium in Umschmelzwerken, auch Remelter genannt, zu recyclen. Dabei besteht das Inputmaterial ausschließlich aus Knetlegierungen, die wieder zu Knetlegierungen recycelt werden. Gusslegierungen können nicht zu Knetlegierungen umgeschmolzen werden.<ref name = "Friedrich"/> | Die zweite Möglichkeit ist, Aluminium in Umschmelzwerken, auch Remelter genannt, zu recyclen. Dabei besteht das Inputmaterial ausschließlich aus Knetlegierungen, die wieder zu Knetlegierungen recycelt werden. Gusslegierungen können nicht zu Knetlegierungen umgeschmolzen werden.<ref name = "Friedrich"/> | ||
Die Unterscheidung von Guss- und Knetlegierungen kann über den Siliziumgehalt erfolgen. Durch die Entwicklung der | Die Unterscheidung von Guss- und Knetlegierungen kann über den Siliziumgehalt erfolgen. Durch die Entwicklung der laserinduzierten Plasmaspektroskopie (LIPS; engl. laser-induced breakdown spectroscopy, LIBS) ist eine Trennung der Knet- und Gusslegierungen technisch ermöglicht worden, aufgrund der hohen Kosten ist dieser Prozess aber noch Stand der Forschung. <ref name = "Umweltbundesamt"/> | ||
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Sekundäraluminium kann wieder in den Prozess der Aluminiumherstellung in Gießereien eingebracht werden. Aufbereitetes Aluminium aus den Refinern wird von Gießereien fürs Barrengießen genutzt. Das Sekundäraluminium aus den Remeltern kann für Blöcke aus Knetlegierungen und für Walz- und Pressbarren eingesetzt werden. <ref name = "Friedrich"/> | Sekundäraluminium kann wieder in den Prozess der Aluminiumherstellung in Gießereien eingebracht werden. Aufbereitetes Aluminium aus den Refinern wird von Gießereien fürs Barrengießen genutzt. Das Sekundäraluminium aus den Remeltern kann für Blöcke aus Knetlegierungen und für Walz- und Pressbarren eingesetzt werden. <ref name = "Friedrich"/> | ||
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=== Recyclingquoten === | === Recyclingquoten === | ||
;Deutschland | ;Deutschland | ||
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: Aufgrund des hohen Energieverbrauchs ist die Aluminiumproduktion mit einem hohen CO<sub>2</sub>-Ausstoß verbunden. Das Treibhausgaspotential hängt zum Teil von der Energieversorgung der Hütte ab, da die Aluminiumproduktion in z. B. Island Strom aus Wasserkraft einsetzt und somit ein geringes Treibhausgaspotential aufweist. <ref name = "Vaster et al."/> | : Aufgrund des hohen Energieverbrauchs ist die Aluminiumproduktion mit einem hohen CO<sub>2</sub>-Ausstoß verbunden. Das Treibhausgaspotential hängt zum Teil von der Energieversorgung der Hütte ab, da die Aluminiumproduktion in z. B. Island Strom aus Wasserkraft einsetzt und somit ein geringes Treibhausgaspotential aufweist. <ref name = "Vaster et al."/> | ||
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;CO<sub>2</sub> – Ausstoß | ;CO<sub>2</sub> – Ausstoß | ||
: Die CO<sub>2</sub> – Emissionen von Primär- und Sekundäraluminium unterscheiden sich erheblich. Bei der Produktion von einer Tonne Primäraluminium fallen 10,6 Tonnen CO<sub>2</sub> an. Bei der Produktion einer Tonne Recyclingaluminium sind es 0,73 Tonnen CO<sub>2</sub>. Verglichen mit anderen Metallen, wie zum Beispiel Stahl (1,54 Tonnen CO<sub>2</sub>), ist der CO<sub>2</sub> – Ausstoß bei der Primärproduktion von Aluminium sehr hoch (Vgl. Abbildung 9). <ref name = "Fraunhofer_Recycling"/> | : Die CO<sub>2</sub> – Emissionen von Primär- und Sekundäraluminium unterscheiden sich erheblich. Bei der Produktion von einer Tonne Primäraluminium fallen 10,6 Tonnen CO<sub>2</sub> an. Bei der Produktion einer Tonne Recyclingaluminium sind es 0,73 Tonnen CO<sub>2</sub>. Verglichen mit anderen Metallen, wie zum Beispiel Stahl (1,54 Tonnen CO<sub>2</sub>), ist der CO<sub>2</sub> – Ausstoß bei der Primärproduktion von Aluminium sehr hoch (Vgl. Abbildung 9). <ref name = "Fraunhofer_Recycling"/> | ||
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Datei:Entwicklung Aluminiumpreis neu.png|Abbildung 9: Die Entwicklung des Aluminiumpreises <ref name = "finanzen.net"/> | Datei:Entwicklung Aluminiumpreis neu.png|Abbildung 9: Die Entwicklung des Aluminiumpreises <ref name = "finanzen.net"/> | ||
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== Proben im MassLab == | == Proben im MassLab == | ||
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== Literaturverzeichnis == | == Literaturverzeichnis == | ||
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<ref name = "Energie"> Hübner, T., Guminski, A., Rouyrre, E., von Roon, S. (2020). Energiewende in der Industrie: Potenziale und Wechselwirkungen mit dem Energiesektor – Branchensteckbrief der NE-Metallindustrie. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. .</ref> | <ref name = "Energie"> Hübner, T., Guminski, A., Rouyrre, E., von Roon, S. (2020). Energiewende in der Industrie: Potenziale und Wechselwirkungen mit dem Energiesektor – Branchensteckbrief der NE-Metallindustrie. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. .</ref> | ||
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Aktuelle Version vom 2. Oktober 2026, 08:58 Uhr

Primärrohstoffe und Grundstoffe
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Zur Herstellung von Aluminium wird der Rohstoff Bauxit benötigt, bei dem es sich um ein eng verwachsenes Mineralgemenge von Aluminiumhydroxiden (Hydrargillit (γ-Al(OH)3), Böhmit (γ -AlOOH), Diaspor (χ -AlOOH)), Aluminiumoxiden (Korund (α -Al2O3)), Eisen-und Titanoxiden sowie Kieselsäure handelt. Tabelle 1 zeigt verschiedene Bauxitarten unterschiedlicher Herkunftsregionen und deren Zusammensetzung. Der Rohstoff besitzt aufgrund seines hohen Eisenanteils eine rostrote Farbe. [1]
Rohstoffvorkommen90 % der Bauxitlagerstätten liegen entlang des Tropengürtels. Der größte Bauxitabbau findet in Australien und in China statt. Im Jahr 2019 wurden in Australien 83 Mio. Tonnen und in China 68 Mio. Tonnen Bauxit gewonnen. Eisenreiche europäische Bauxite sind schwer aufzuschließen und werden nur noch selten abgebaut. [1] [2]
AbbauverfahrenDas Ziel der Bauxitaufbereitung ist die Abtrennung des Eisenanteils und weiterer Verunreinigungen sowie das möglichst selektive Auflösen von Aluminiumhydroxid. Im ersten Schritt wird das Bauxit zumeist mit Backenbrechern oder Hammerbrechern auf eine Korngröße von 20 mm - 50 mm zerkleinert. Für die anschließende Feinzerkleinerung kommen meist Kugel- oder Stabmühlen zum Einsatz. Die Feinzerkleinerung findet in einer nassen Umgebung statt, um Staubemissionen zu reduzieren. Das durch die Zerkleinerung erzielte Kornspektrum hat Einfluss auf die Aufschließbarkeit des Bauxits und das Absetzverhalten des Rotschlamms. In vielen Fällen findet eine Waschung statt, um feinverteiltes Kaolinit (Al4[(OH)8|Si4O10]) aus dem Bauxit zu entfernen. Anschließend wird die feingemahlene Suspension in Vorratsbehältern gelagert, die gleichzeitig zur Vorentkieselung genutzt werden können. Bei diesem Prozess wird Siliciumdioxid (SiO2) noch vor dem Aufschluss aus den besonders kieselsäurereichen Bauxiten abgetrennt, da ein hoher Kieselsäuregehalt die maximale Aluminiumoxid-Ausbeute verringert und den Bedarf an Lauge im Aufbereitungsprozess vergrößert. Die Aufbereitung und der Aufschluss erfolgen meist in der Nähe der Aluminiumoxid- Fabrikanten (Alumina). [1] Die Methodik der Aufbereitung und die weiteren Schritte der Aluminiumgewinnung sind in Abbildung 2 dargestellt. |
Produktion
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Die Standorte der Aluminiumhütten sind weltweit verteilt, konzentrieren sich jedoch in Industrienationen: Der Nordwesten der USA sowie der Westen von USA und Kanada sind Ballungsgebiete. Einige Hütten sind über Mitteleuropa verteilt. Zwischen Osteuropa und Ostasien sowie in Russland gibt es vereinzelte Standorte. In China und der Mongolei sind die meisten Aluminiumhütten auf engerem Raum positioniert. Des Weiteren gibt es Standorte an den nördlichen und östlichen Küsten Südamerikas, am Golf von Guinea, an der Ostküste Südafrikas, im Norden und Süden Indiens sowie der (Süd-)Ostküste Australiens. Zur Herstellung des Aluminiums kommen verschiedene Prozessschritte zum Einsatz, wie das Bayer-Verfahren, die Kalzination und die Schmelzflusselektrolyse.
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Nutzung
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Das metallurgisch erzeugte Rohaluminium weist eine Dichte von 2,7 g/cm3 (Aluminium gilt damit als klassisches Leichtmetall) und eine hohe elektrische Leitfähigkeit von 0,377 µW-1cm-1 auf. Der Schmelzpunkt liegt bei 660 °C. Aluminium in metallischer Form bildet eine Oxidschicht aus, die es vor Korrosion schützt. Durch verschiedene Legierungszusätze können die Eigenschaften von Aluminium an die Anwendungsgebiete angepasst werden. [7] Ein wichtiges Legierungselement ist Silizium. In Abhängigkeit vom Siliziumgehalt wird zwischen Guss- und Knetlegierungen unterschieden. Gusslegierungen enthalten bis zu 20% Silizium. Ihre endgültige Form erhält diese Legierungsform durch Gießen. Knetlegierungen hingegen sind niedrig legiert. Auch nach dem Aushärten sind diese Legierungen noch gut verformbar. [8] Gusslegierungen kommen unter anderem für die Herstellung von Motorgussteilen, Felgen, Türklingen und Pfannen zum Einsatz. Typische Anwendungsgebiete von Knetlegierungen sind Dosen und Folien. [1] Abbildung 4 zeigt die Absatzmärkte von Aluminiumprodukten in Deutschland im Jahr 2019. Mit 47 % ist der Verkehrssektor der mit Abstand größte Abnehmer von Aluminiumprodukten. Hier wird Aluminium unter anderem für Luft- und Raumfahrzeuge, Schienen- und Straßenfahrzeuge und Verkehrsschilder verwendet. Im Bauwesen werden Aluminiumprodukte beispielsweise für den Gerüstbau und Tragwerke verwendet. Damit ist das Bauwesen mit 14 % zweitgrößter Abnehmer von Aluminiumprodukten in Deutschland. [9] [6] |
Recyclingrohstoff
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Für das Recycling von Aluminium existieren zwei grundlegende Verfahren (vgl. Abbildung 5). In Schmelzhütten, sogenannten Refinern, wird Altschrott in Salzschmelzen eingeschmolzen. Dabei werden Gusslegierungen, die sowohl aus Guss- als auch Knetlegierungen gewonnen werden können, hergestellt. Der Anteil von Aluminium muss im Input der Schmelze mindestens 65 % betragen. Bei diesem Prozess entstehen bis zu 500 kg Salzschlacke pro Tonne Aluminium. Die zweite Möglichkeit ist, Aluminium in Umschmelzwerken, auch Remelter genannt, zu recyclen. Dabei besteht das Inputmaterial ausschließlich aus Knetlegierungen, die wieder zu Knetlegierungen recycelt werden. Gusslegierungen können nicht zu Knetlegierungen umgeschmolzen werden.[1] Die Unterscheidung von Guss- und Knetlegierungen kann über den Siliziumgehalt erfolgen. Durch die Entwicklung der laserinduzierten Plasmaspektroskopie (LIPS; engl. laser-induced breakdown spectroscopy, LIBS) ist eine Trennung der Knet- und Gusslegierungen technisch ermöglicht worden, aufgrund der hohen Kosten ist dieser Prozess aber noch Stand der Forschung. [11] Sekundäraluminium kann wieder in den Prozess der Aluminiumherstellung in Gießereien eingebracht werden. Aufbereitetes Aluminium aus den Refinern wird von Gießereien fürs Barrengießen genutzt. Das Sekundäraluminium aus den Remeltern kann für Blöcke aus Knetlegierungen und für Walz- und Pressbarren eingesetzt werden. [1] Recyclingquoten
Unterschiede zwischen Primär- und Sekundäraluminium
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Proben im MassLab
Literaturverzeichnis
- ↑ 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 Friedrich, B. (2020). Metallurgie und Recycling: Aluminium.
- ↑ 2,0 2,1 Institut für seltene Erden und Metalle AG. (o.J.). Bauxite. Abgerufen am 24.01.2023 von <https://institut-seltene-erden.de/seltene-erden-und-metalle/basismetalle/bauxite/>.
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