Translations:Papier, Pappe, Kartonagen (PPK)/5/de

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Bei der Herstellung von Zellstoff wird das Ausgangsmaterial chemisch durch mehrstündiges Kochen in einer Lösung gewonnen, sodass verholzende und verfestigte Anteile (Lignin) aus den Fasern entfernt werden und Zellulose zurückbleibt. Zellstoff wird entweder mit dem alkalischen Sulfat-Verfahren und dem sauren Sulfitverfahren gewonnen. Bei weiteren chemisch-technische Holzaufschlussverfahren kann das Lignin durch Lösungsmittel, Säure oder Enzyme entfernt werden. Im Sulfatverfahren werden Holzschnitzel für mehrere Stunden in Natronlauge (NaOH), Natriumsulfid (Na2S) und Natriumsulfat (Na2(SO4)) bei erhöhtem Druck gekocht. Dadurch werden die Zellwände aufgeschlossen, Lignin spaltet sich und kann vom Zellstoff abgetrennt werden. Bei dem Sulfitverfahren wird das zerkleinerte Holz auch in einem Druckkocher unter erhöhtem Druck erhitzt, die chemische Lösung besteht in diesem Falle aus saurem Magnesiumhydrogensulfit. Dabei wird das Lignin in wasserlösliche Ligninsulfonsäure umgewandelt und über das Abwasser abgetrennt. Die durch das Kochen weich gewordenen Holzstücke werden im folgenden zerdrückt und in 2-4 mm lange Fasern zerkleinert, gewaschen und gegebenenfalls gebleicht. Das dabei entstehende holzfreie Papier hat daher einen höheren Anteil längerer, stabilerer Fasern, die häufiger recycelt werden können und für alle Papiersorten einsetzbar sind (vgl. Tabelle 1). Aufgrund des Produktionsprozesses müssen jedoch Chemikalien (z.B. Chlor) eingesetzt werden, die aber Umweltproblematiken und Gesundheitsschädigung mit sich bringen können. Denn vor allem Chlor gilt als giftig, krebserregend und erbgutschädigend und lässt sich nur schwer abbauen [1]. Weitere Nachteile dieses Verfahrens sind hohe Importmengen und eine geringere Faserausbeute (vgl. Tabelle 1). [2] Der gewonnene Holz- und Zellstoff weist eine graue bis braune Färbung auf, die auf den Restgehalt von Lignin zurückzuführen ist. Bevor die Fasern dem Papierherstellungsprozess zugeführt werden, werden sie zuerst gebleicht. Aufgrund der hohen Toxizität des traditionellen Bleichmittels Chlor kommt dieses in Deutschland seit den 1980ern nicht mehr zum Einsatz, sondern wird durch Chlordioxid, Wasserstoffperoxid, Sauerstoff oder Ozon ersetzt. [2][1]

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